Leider sehr enttäuschende Erfahrung mit Freeride Mountain
Ich habe bei Freeride Mountain ein neues UNNO Burn bestellt. Die Lieferung war zunächst sehr schnell, weshalb mein erster Eindruck positiv war. Nach Erhalt stellte ich jedoch mehrere Mängel bzw. Auffälligkeiten fest.
Das Fahrrad kam deutlich eingestaubt und an mehreren Stellen stark mit Fett bzw. Schmiermittel verschmutzt an. An der Kurbel waren Kratzer bzw. Gebrauchsspuren vorhanden. Außerdem war der FOX Float Factory X2 Dämpfer bereits defekt, bevor ich das Fahrrad überhaupt gefahren bin. Für den Dämpfer wurde inzwischen vereinbart, dass er zur Garantieprüfung an FOX geschickt wird. Die anderen Punkte wurden ebenfalls geklärt.
Später stellte ich bei der Kontrolle der Reifen fest, dass die Tubeless-Dichtmilch in beiden Reifen vollständig eingetrocknet war. Die Milch hatte sich größtenteils an einer Stelle gesammelt und dort eine dicke, harte, teilweise verkrustete Masse gebildet. Dadurch entstand eine deutliche Unwucht. Für mich ist das ein deutlicher Hinweis darauf, dass das Fahrrad sehr lange gestanden haben muss. Auch das Felgenband wurde durch die eingetrocknete Milch unbrauchbar.
Der eigentliche Tiefpunkt war für mich jedoch die Kommunikation bei dieser Reklamation. Ich empfand den Umgang als sehr schnell eingeschnappt und teilweise unnötig konfrontativ. Gleichzeitig wurden meine Aussagen aus meiner Sicht mehrfach falsch verstanden, obwohl ich sie meiner Meinung nach eindeutig formuliert hatte.
Auf meine Beanstandung der eingetrockneten Dichtmilch wurde beispielsweise geantwortet, auf den Bildern sei „ganz normale Tubeless-Milch, welche den Reifen abdichtet“. Das ist genau das Problem: Die gesamte Dichtmilch war durchgetrocknet und hatte sich an einer Stelle gesammelt. Tubeless-Milch funktioniert nur, wenn sie im Reifen flüssig bleibt, sich während der Fahrt verteilt und bei einem Loch an dieser Stelle abdichten kann. Zu behaupten, man müsse lediglich neue Milch nachfüllen, ist daher aus meiner Sicht fachlich schlicht falsch. Die vorhandene eingetrocknete Masse wird dadurch nicht wieder zu funktionierender Dichtmilch.
Zusätzlich wurde sinngemäß argumentiert, die eingetrocknete Milch biete sogar noch einen „zusätzlichen Pannenschutz“. Auch das halte ich fachlich für falsch. Eine feste Masse im Reifen ersetzt keine flüssige Dichtmilch und kann deren eigentliche Funktion nicht übernehmen.
Noch befremdlicher fand ich die Aussage: „Lauwarmes Wasser und Abwaschen sollte man kennen, bevor man im Tonfall ausfällig wird.“ Eingetrocknete Tubeless-Milch lässt sich eben nicht einfach wie normaler Schmutz abwaschen. Die Rückstände müssen mechanisch entfernt werden und lassen sich aufgrund der starken Verklebung voraussichtlich nicht vollständig beseitigen.
Anschließend hieß es sinngemäß: „Wenn du dich entscheidest, dieses Setup zu ändern, dann kostet es dich halt auch einfach Geld.“ Auch das ist für mich völlig unverständlich. Ich habe mein Setup nicht geändert. Ich habe lediglich wegen der entstandenen Unwucht den Reifen geöffnet und dabei den mangelhaften Zustand festgestellt. Ich verlange also keine neuen Reifen, weil ich plötzlich ein anderes Setup möchte, sondern weil die vorhandenen Teile durch den vorgefundenen Zustand für mich nicht mehr sinnvoll verwendbar sind.
Ich bin jederzeit bereit, die betroffenen Reifen und das Felgenband an den Händler zurückzusenden bzw. zur Prüfung zur Verfügung zu stellen. Es geht mir nicht darum, irgendwelche Teile doppelt zu bekommen, sondern darum, die mangelhaften Teile ersetzen zu können.
Für mich stellt sich außerdem die Frage, wie ein Fahrrad mit diesen Auffälligkeiten überhaupt eine vernünftige Endkontrolle bzw. Qualitätsprüfung durchlaufen haben soll. Ein als neu verkauftes Fahrrad sollte meiner Erwartung nach nicht eingestaubt, stark mit Fett verschmutzt, mit einem bereits vor der ersten Fahrt defekten Dämpfer und mit vollständig eingetrockneter Dichtmilch in den Reifen beim Kunden ankommen.
Besonders schade finde ich, dass sich die Diskussion inzwischen so stark um den Ton dreht. Sollte meine Darstellung der Kommunikation angezweifelt werden, kann ich den vollständigen E-Mail-Verkehr zur Verfügung stellen. Dort lässt sich nachvollziehen, was ich tatsächlich geschrieben habe und wie darauf geantwortet wurde. Ich habe niemanden beleidigt oder persönlich angegriffen.
Das Fahrrad selbst gefällt mir weiterhin sehr gut. Gerade deshalb finde ich es schade, dass die Erfahrung mit Freeride Mountain von der ersten Reklamation bis zur aktuellen Auseinandersetzung so enttäuschend verlaufen ist. Nach dieser Erfahrung würde ich persönlich dort kein Fahrrad mehr kaufen.








