Vorsicht bei dieser Firma.
Vorsicht bei dieser Firma.
Ein annonciertes Wohnmobil interessierte mich und obwohl ich über 600 km zurücklegen musste, habe ich meinen Besuch auf den nächsten Tag angemeldet. Am nächsten Morgen erhalte ich ein Telefonat, der zuständige Verkäufer sei an Covid erkrankt. Ich solle doch für das weitere Vorgehen mit ihm telefonisch Kontakt aufnehmen.
In diesem Gespräch machte er mir das Angebot, er werde, falls die übrige Besichtigung des Fahrzeugs mich zum Kauf überzeuge, persönlich vor Auslieferung alle Funktionen durchtesten und alles, was eventuell nicht 100% funktionieren würde, in Ordnung bringen.
Der Übergabetag verlief dann chaotisch. Es wurden verschiedene Mängel feststellt, vor allem die Markise brachte dann den ganzen Übergabevorgang durcheinander.
Zeitweise bis zu fünf Werkstattmitarbeiter versuchten, das Problem zu beheben, nach etwa zwei Stunden gab man auf, nachdem es schon spät geworden und ich den Vorschlag gemacht hatte, selbst die Markise, aber auf Kosten der Firma bei Fiamma reparieren zu lassen und zugestimmt werden war.
Ohne aus Zeitmangel alle Funktionen durchgetestet zu haben, fuhr ich mit dem Fahrzeug nach Hause.
Am nächsten Morgen stelle ich fest, dass neben anderen Kleinigkeiten einige der Seitenklappen nicht verschlossen waren, die anderen sehr wohl. Den Grund stellte ich schnell fest: die Schlösser dieser Klappen waren defekt.
Bei einer lokalen Wohnmobilfirma ließ ich überprüfen, ob ich eventuell eine Fehlmanipulation mache und es wurde mir bestätig, dass die Schlösser defekt sind. Die Prüfung durch den lokalen Mechaniker nahm ich auf Video auf.
In diesem Moment wurde mir klar, dass ich brandschwarz angelogen worden war. Bei der missglückten Markisenreparatur hatte ich schon ein geflüstertes Gespräch zwischen Verkäufer und einem der dortigen Mechaniker mitgehört: „hast du denn die Markise nicht überprüft? Doch, ich habe sie 5 cm raus- und wieder reingedreht, da hat sie funktioniert.“
Es ist unmöglich, dass die kaputten Schlösser nicht bemerkt wurden. Es deutet sogar deutlich darauf hin, dass sie bekannt waren, denn die Fächer mit funktionierenden Schlössern waren verschlossen. Man hat einem Kunden also ganz bewusst fehlerhafte Ware untergejubelt.
Du kannst mir jetzt vorwerfen, ich sei blauäugig gewesen. Zu meiner Verteidigung: ich habe in mehr als 60 Jahren nicht die Erfahrung gemacht, dass es einem Verkäufer bei einem Investitionsgüterverkauf völlig egal ist, ober er einen zufriedenen oder unzufriedenen Kunden gewonnen hat.
Hauptsache, das Geld ist auf dem Konto.
Nur in Frankfurt an der Oder bin ich eines Besseren belehrt worden.
In einem anderen Aspekt vertritt diese Firma auch einen eigentümlichen Standpunkt: das Angebot stimmte nicht mit dem Produkt überein, ich fand zwei der aufgeführten Bestandteile nicht.
Darauf angesprochen verwies der Verkäufer auf die Klausel „Irrtum vorbehalten“.
Kein Wort der Entschuldigung, kein Versuch, für den Fehler, für den ja schließlich der Verkäufer verantwortlich ist, irgendwie sonst gerade zu stehen.
Die anschließende Diskussion mit der Geschäftsleitung brachte nichts, selbst der Videobeweis wurde negiert mit der Bemerkung „Ich selbst habe noch vor Kurzem die Schlösser betätigt und da haben sie funktioniert.
Ich könne doch nach Frankfurt kommen, dann würden sie ausgewechselt werden.“ Genau wissend, dass ich dieses Angebot nicht annehmen würde, weil die Fahrt nach Frankfurt/Oder vier- bis fünfmal soviel kosten würde als der Wert der Schlösser.
Meine Empfehlung speziell bei dieser Firma: prüfe alles, wirklich alles, bevor du es entgegennimmst, auf Funktionstüchtigkeit. Lasse Dir alles, auch das letzte Detail, was Dir versprochen wird, schriftlich geben. Und wenn Dir das zu viel Aufwand ist, dann suche Dir jemand, der vertrauenswürdig ist und ehrliches Kaufmannswesen betreibt.
20. oktober 2022
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