Un viaggio nel cuore dell'identità italiana
Die L’Osteria ist ein interessantes Konzept. Große Pizza, großes Restaurant, viel „grande Italia“ – kurz: sehr viel italienisches Lebensgefühl.
Zumindest auf dem (Menü-)Papier. Und am Telefon. Und in den Antworten auf Rezensionen.
Im Restaurant selbst findet man durchaus einige italienische Bilder und Devotionalien. Beim Personal und beim Essen wirkt das Ganze dann allerdings einen Hauch weniger italienisch – sofern ich bis jetzt nicht immer zur falschen Zeit Hunger hatte.
Die Pizza selbst ist im besten Sinne des Wortes „bodenständig“: der Rand eher keksig und erstaunlich unflexibel – ein bisschen so, wie ich mich damals als ungeübter Student daran versucht habe. Oder wie es die schwäbische Hausfrau machen würde. Wobei: nichts gegen schwäbische Hausfrauen. Die können immerhin Käsespätzle.
Bei der Eröffnungsparty gab es übrigens richtig gute Salate. Das lässt vermuten, dass damals jemand in der Küche stand, der wusste, was er tut.
Das intensivste Stück italienischer Identität erlebt man allerdings nur als Anwohner. Dort beginnt die Systemgastronomie ihr emotionales Herz so richtig rasen zu lassen. Wenigstens bei den akustischen Ausscheidungen kann man die italienische Ramba-Zamba-Azzuri jederzeit und zu jeder Uhrzeit auf ihre Nativität hin bestätigen. Und die Behörden reagieren darauf mit einer interessanten Zurückhaltung – fast so, wie der deutsche Urlauber auf sizilianischen Machismo in Palermo reagieren würde.
Mein persönliches Fazit: Wenn Systemgastronomie der Endzustand aller Gastronomie sein sollte, dann ist meine Lösung vermutlich einfach – öfter selbst kochen. Dann klappt es auch mit der Authentizität. Und wer doch einen Italiener sucht, muss nur mindestens 100 m weiter die Straße hochgehen…
(Diese Bewertung bezieht sich auf die "L'Osteria" in Ravensburg.)


