Nicht empfehlenswert
Ich bin niemand, der eine gute Bewertung allein deshalb abgibt, weil eine Behandlung nach unzähligen erfolglosen Versuchen in anderen Kliniken letztendlich funktioniert hat. Für mich gehört auch die Betreuung und Kommunikation rund um die Behandlung zur Gesamtbewertung.
Wir sind mit einem Embryo aus einer anderen Klinik zu Europe IVF gewechselt und hatten dort zunächst einen erfolglosen Transfer.
Danach wurde uns relativ schnell eine neue Spenderin vorgeschlagen. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt bereits sämtliche Unterlagen eingereicht und mehrfach ausdrücklich auf meinen KIR-AA-Genotyp hingewiesen. Mir wurde zugesichert, dass dieser bei der weiteren Behandlung berücksichtigt wird.
Umso enttäuschender war es, dass ich im neuen Behandlungsplan feststellen musste, dass mein Genotyp offenbar doch nicht berücksichtigt worden war, obwohl mir dies zuvor zugesichert worden war. Ich musste als Patientin mehrfach selbst darauf hinweisen und nachhaken.
Besonders enttäuschend finde ich die widersprüchlichen Aussagen der unterschiedlichen Koordinatorinnen. Bis heute habe ich darauf keine für mich plausible Erklärung erhalten – auch nach einer Beschwerde bei der Geschäftsleitung nicht.
Ein weiteres Beispiel betrifft meinen Progesteronwert am Transfertag:
Auf der Website von Europe IVF wird für den Progesteronwert am Transfertag ein Bereich von 32–38 nmol/l angegeben. Beim ersten Transfer lag mein Wert bei 29,7 nmol/l. Mir wurde mitgeteilt, dass dieser Wert grenzwertig sei, woraufhin ich die Progesterondosis erhöhen musste.
Beim zweiten Transfer lag mein Wert sogar nur bei 28 nmol/l. Dieses Mal wurde mir per E-Mail mitgeteilt, dass alles in Ordnung sei.
Ich wollte lediglich verstehen, warum zwei vergleichbare Werte unterschiedlich beurteilt wurden und wie dieser Widerspruch zu erklären ist. Auf meine Nachfrage wurde ich in einer E-Mail tatsächlich als „hysterische Tussi“ bezeichnet. Diese E-Mail liegt mir selbstverständlich vor.
Daraufhin habe ich mich bei der Geschäftsleitung beschwert. Es gab zwar eine Entschuldigung, aber für mich macht eine nachträgliche Entschuldigung einen solchen Umgang mit einer Patientin nicht ungeschehen. Gerade während einer Kinderwunschbehandlung erwarte ich einen respektvollen und professionellen Umgang – auch bei kritischen Nachfragen.
Zusätzlich habe ich in Deutschland eine ärztliche Zweitmeinung eingeholt. Dort wurde mir empfohlen, das Progesteron umgehend höher zu dosieren. Zuvor war mir von Europe IVF kein entsprechender Handlungsbedarf mitgeteilt worden.
Fairerweise möchte ich aber ausdrücklich auch etwas Positives erwähnen: Der zweite Transfer in der Klinik bei MUDr. Jan Smrčina war für mich völlig in Ordnung. Er hat mich über jeden einzelnen Schritt aufgeklärt, war sehr freundlich und hat auf mich einen ausgesprochen professionellen und angenehmen Eindruck gemacht. Für seine Betreuung kann ich deshalb ausdrücklich nichts Negatives sagen.
Meine Kritik richtet sich daher nicht pauschal gegen jede Person in der Klinik, sondern insbesondere gegen die aus meiner Sicht widersprüchliche Kommunikation, die fehlende nachvollziehbare Erklärung bestimmter Entscheidungen und vor allem den Umgang mit mir als Patientin bei kritischen Nachfragen.
Ich möchte damit nicht behaupten, dass der Behandlungserfolg allein von einem einzelnen medizinischen Wert abhing. Für mich zeigt dieser Vorgang jedoch, wie wichtig es ist, Behandlungsschritte und medizinische Werte selbst aufmerksam zu verfolgen und bei Unklarheiten konsequent nachzufragen.
Mein persönlicher Eindruck ist deshalb, dass man als Patientin bei Europe IVF sehr aufmerksam sein und selbst mitdenken muss. Ich hätte mir deutlich mehr Transparenz, eine bessere Abstimmung zwischen den Koordinatorinnen und vor allem nachvollziehbare und einheitliche Aussagen gewünscht.
Auch ein respektvoller Umgang mit Patienten sollte für mich selbstverständlich sein. Gerade wenn man kritische Fragen stellt, sollte man als Patientin ernst genommen werden.








