Mein Anwalt hier wurde gerügt und möchte immer noch nicht die Handakte herausrücken
Das Unternehmen Cyfire hat mich in meiner Kündigungsschutzklage vertreten. Ich kann nicht sagen, dass ich zufrieden wäre. Folgendes musste ich by Cyfire miterleben:
– Eine Person aus der Kanzlei hat mich juristisch beraten, obwohl sie kein zugelassener Rechtsanwalt war.
– Ich habe ausdrücklich verlangt, dass ein bestimmtes Schreiben an die Gegenseite geschickt wird. Eine Bestätigung über den tatsächlichen Versand habe ich jedoch nie erhalten.
– Als ich später danach fragte, wurde mir erklärt, dass wegen eines „Bearbeiterwechsels“ nicht mehr nachvollzogen werden könne, ob das Schreiben tatsächlich versendet wurde.
– Ohne mein Wissen und ohne meine ausdrückliche Zustimmung wurde das Mandat außerhalb der Kanzlei an einen anderen Anwalt übertragen (Terminvollmacht).
– Dieser Anwalt übernahm meine Vertretung vor Gericht, ohne zuvor mit mir persönlich Kontakt aufzunehmen oder den Sachverhalt mit mir zu besprechen.
– Eine schriftliche Zusammenfassung des Gerichtstermins erhielt ich erst eine Woche (!) später. Die Verzögerung wurde mit „urlaubsbedingt“ (!) begründet. Für den Widerruf des Vergleichs hatte das Gericht insgesamt zwei Wochen Frist gesetzt, sodass bereits eine Woche davon verstrichen war. Ich konnte noch Tage lang niemanden erreichen bei der Kanzlei.
– Als ich schließlich doch jemanden erreichte, blieben nur noch drei Tage bis zum Ablauf der gerichtlichen Frist. Der zuständige Anwalt erklärte, das Verfahren nicht weiterführen zu wollen.
– Obwohl ich schriftlich und ausdrücklich darum gebeten hatte, keinen Vergleich zu schließen, sondern auf Weiterbeschäftigung zu bestehen, wurde in meinem Namen dennoch ein Vergleich vereinbart.
– Nach meinem Eindruck wurden die Aussagen der Gegenseite im Termin nicht kritisch hinterfragt. Dem Protokoll zufolge wurden auch keine Beweisanträge gestellt.
– Das Gericht schlug einen Vergleich vor. Darüber wurde ich erst informiert, als kaum noch Zeit für eine andere Reaktion blieb.
– Zum Zeitpunkt meiner Kündigung befand ich mich in einer IVF-Behandlung; einen Monat zuvor hatte ich eine Fehlgeburt erlitten. Davor war ich deutlich sichtbar schwanger gewesen. Ich habe das Cyfire schriftlich mitgeteilt, sie haben es aber vor Gericht nicht vorgetragen.
– Ferchau GmbH, mein früherer Arbeitgeber meldete mich bereits vor dem Gütetermin aus der Versicherung ab, obwohl die Kündigungsschutzklage aus meiner Sicht die Kündigung zunächst suspendierte. Ich erfuhr davon zufällig, als es Probleme bei der Abrechnung im Zusammenhang mit der Fehlgeburt gab. Ich habe Cyfire auch das schriftlich mitgeteilt, mit der Bitte etwas zu unternehmen, aber es ist nichts passiert.
– Dem Vergleich stimmte ich letztlich zu, weil mir zugesichert wurde, man werde mich beim Erhalt eines qualifizierten Arbeitszeugnisses unterstützen (der erste Anwalt hatte dies versprochen).
– Diese Unterstützung blieb später aus. Ich musste selbst wiederholt Druck auf die Ferchau GmbH ausüben und Mahnungen versenden, da über Monate hinweg – trotz Gerichtsurteils – kein Zeugnis ausgestellt wurde. Cyfire hat nichts in diese Richtung unternommen.
– Im Beschwerdeverfahren gegenüber BaFin und dem Ombudsmann wurden aus meiner Sicht Informationen übermittelt, die den tatsächlichen Ablauf nicht vollständig wiedergeben.
Ich kann Cyfire nicht empfehlen, finde ihre Haltung gegenüber mir als Kunde respektlos und ignorant.
UPDATE: Hier war wohl wirklich nicht alles so toll, denn die Rechtsanwaltskammer Frankfurt am Main hat in diesem Fall eine Rüge an einen Anwalt erteilt.
UPDATE 2: Ich habe vom Anwalt die Handakte angefordert, aber es kam keine Antwort. Also habe ich sie nochmals an die Kammer verpetzt.
Was hier abgeht, finde ich richtig krass, eine richtige Schande. Ich möchte daher jeden bitten, der hier ähnliche Erfahrungen gemacht hat, auch eine Beschwerde an die Kammer zu senden. Das müssen wir uns nicht gefallen lassen!
1. november 2024
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